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Corona-Literatur

Corona-Literatur
Literatur, die als Reaktion auf die Corona-Krise entstanden ist

  • Corona - Erklär-Mal-Buch von Kurt Korbatits,  2020
    http://www.erklaermalbuch.com/ 
    Gratis PDF-Version
     
  • Corona19 Roman von Marlene Streeruwitz 
    Im Stil der Wahlkampfromane erscheint jeden Donnerstag eine neue Episode des Covid19 Romans auf der Website der Autorin. Die ersten Kapitel sind in gekürzter Form im Standard erschienen. 
    http://www.marlenestreeruwitz.at/werk/so-ist-die-welt-geworden/
     
  • Corona-Tagebücher (Literaturhaus Graz) 
    Jeden Freitag publiziert das Literaturhaus Graz kurze Tagebuch-Einträge von bekannten Autoren, die in den nächsten Wochen bei Lesungen aufgetreten wären. 
    www.literaturhaus-graz.at/die-corona-tagebuecher/
     
  • Chronik eines Ausnahmezustandes - Blog des Residenz-Verlages
    https://www.residenzverlag.com/blog
     
  • Kleines Corona-Lexikon für Kinder (Der Standard)
    Kleines Corona-Lexikon für Kinder - Wissenswertes rund um die Corona-Krise, kindgerecht aufbereitet vom "Der Standard" -
    Der Standard hat aufgrund der Corona-Krise eine eigene Serie eröffnet "Der Standard für Kinder" 
    https://www.derstandard.at/inland/bildung/corona
     
  • Peter Wagner / Rainer Paul: Aus der Einzelhaft. Virtuelles Tagebuch einer Krise 
    Der burgenländische Autor und Regisseur Peter Wagner hat gemeinsam mit Musiker Rainer Paul zwischen 16. März und 14. April ein Online-Tagebuch mit 30 künstlerischen Videos erstellt. Abrufbar sind die 30 Einträge auf der Homepage von Peter Wagner oder auch auf YouTube. 
     
  • Texte von unserer Kollegin Andrea Kerstinger zur aktuellen Situation,  Bibliothekarin in der Zweisprachigen Bibliothek Kroatisch Minihof und Schriftstellerin.
    Wunderschön auf den Punkt gebracht. Einmal sehr ernst und dann wieder mit viel Humor, aber immer einfühlsam. 

Jetzt ist ZEIT
von Andrea Kerstinger

 

Viel zu sehr waren die letzten Jahre und Jahrzehnte geprägt von der Diktion, alles noch schneller, noch besser, noch effizienter zu machen. Eingespannt in ein Hamsterrad von Arbeit, Freizeitoptimierung, familiären oder sozialen Verpflichtungen sowie dem Drang, all das möglichst gut unter einen Hut zu bringen, hörte man die Leute jammern: „Dafür habe ich keine ZEIT! Mir läuft die ZEIT davon! Für mich hab ich überhaupt keine ZEIT!“

In der momentanen schwierigen Lage findet hingegen eine Umkehr der Werte statt. Die Pessimisten rufen: „Um Gottes willen, jetzt hab ich ja gar keine ZEIT mehr! Wann soll ich all die Dinge tun, die ich unbedingt erledigen wollte? Wann soll mir die neuesten Produkte kaufen? Wann soll ich meine Freunde treffen? Wann soll ich in den Urlaub fahren? Und jetzt will mir die Regierung auch noch das Ausgehen verbieten?“

Darauf kann ein Realist nur antworten: „Ja, jetzt ist es an der ZEIT, umzudenken, den Egoismus hintanzustellen und das zu tun, was notwendig ist, um unserer aller Gesundheit nicht zu gefährden.

Jetzt ist es an der ZEIT, die Anweisungen der Regierung zu befolgen, die besonnen und unaufgeregt ihr Bestes gibt, um mit den gesetzten Maßnahmen die österreichische Bevölkerung zu schützen.

Es ist ZEIT, sich bei all jenen zu bedanken, die ihre ZEIT in den Dienst der Menschheit stellen: ÄrztInnen, Personal in Krankenhäusern, Arztpraxen, Pflegeheimen, PflegerInnen, Reinigungspersonal, Blaulichtorganisationen, Zivildiener, Bundesheerbedienstete, PolizistInnen, Grenzwachebeamte, Regierungsmitglieder, ApothekerInnen, PädagogInnen, VerkäuferInnen, MitarbeiterInnen in der Lebensmittelproduktion, BäuerInnen, JournalistInnen uvm.

Vielleicht bleibt jetzt auch mehr ZEIT, sich mit der Familie zu beschäftigen, ZEIT mit den Kindern zu verbringen, ZEIT, um die Sachen zu erledigen, die man aufgrund der vermeintlichen Verpflichtungen lange ZEIT liegen hat lassen. Es ist ZEIT, um einmal loszulassen, hinunterzufahren und Luft zu holen, ein wenig ZEIT für sich selbst zu haben.

Definitiv ist es aber auch an der ZEIT, sich nicht nur um sich selbst zu kümmern, sondern um all jene, die unsere Hilfe nun besonders brauchen und die es zu beschützen gilt: all die Kranken und Schwachen, die sogenannten Risikogruppen. Es ist ZEIT für ein bisschen mehr Menschlichkeit.

Es ist ZEIT vorzusorgen, aber nicht, um Hamsterkäufe zu tätigen. Es ist ZEIT für seriösen Journalismus, aber nicht für die Verbreitung von Fake News. Es ist ZEIT für die Kontaktpflege über die sozialen Medien, aber nicht für Panikmache und Verschwörungstheorien.“

Doch lassen wir am Ende auch die Optimisten sprechen: „Es kommt die ZEIT, wo alles wieder gut wird. Wir schaffen das, gemeinsam!“

In diesem Sinne: Bleibt gesund!

© Andrea Kerstinger